• Mary

Polonaise

Aktualisiert: 27. Sept 2019

Polnische Hochzeit: "Ich hoffe ihr seid trinkfest! Wodka steht als erstes auf der Speisekarte!" :-D Das waren so Sätze die wir vor unserem Trip häufiger gehört hatten. Und ja, den Wodka gab es nur zu Genüge, dafür aber auch viele nette, sympathische Menschen und eine wunderschöne Landschaft. Donnerstag abends ging es los. Ganze 12 Stunden Fahrt hat unser Navi angezeigt. Unser Ziel war ein kleines Dörfchen in der Nähe von Posen, wo meine Ex-Kollegen sich das "Ja-Wort" geben sollten. Die "Deutschland-Strecke" war mein Part und die 5 Stunden Fahrt mit guter Mucke und Gesinge ging rum wie nix. Dann war Markus an der Reihe - er sollte nämlich über die Grenze fahren :-D Und Gott sei Dank saß nicht ich am Steuer, sondern war hinten schön am schlafen, als Markus auf einmal rechts ran fuhr und ich 2 Gestalten mit Taschenlampe an die Beifahrertür treten gesehen hab. "Führerschein bitte": sagte der eine Polizist. Toni begrüßte sie direkt mit einem lautem Gebelle und die Beiden machten einen Satz nach hinten. "Deutsche? Dann gute Fahrt noch".Wir beide grinsten uns an und weiter ging's. Das wir in einem anderen Land sind, wurde uns dann klar, als wir bei der Mautstation dachten wir müssten 38 Euro bezahlen. Die Kassiererin lachte und meinte "Nein - Sloti". Eh gut... hätten wir uns ja auch einmal vorher informieren können :-D Gott sei dank taten es 10 Euro auch.

Meine Kollegin hatte mir vor der Fahrt einen See zum übernachten vorgeschlagen. Es war stockenduster als wir über die kleinen Landstraßen Polens fuhren um einen Schlafplatz in der Nähe von Jaroslawki zu finden. Gegen 3 Uhr nachts sind wir dann an dem Parkplatz vom See angekommen. Normalerweise und optimalerweise versuchen wir eigentlich immer im Hellen ein Plätzchen zu finden, so waren wir nun gespannt wo genau wir morgens aufwachen würden und so spektakulär war es dann auch nicht - ein Parkplatz halt :-D

Dann ging es los Richtung Kirche. Auf dem Weg haben wir dann noch einen kleinen Halt in einem Dörfchen gemacht um uns Frühstück zu holen. Im Supermarkt konnte nur leider keiner Englisch oder Deutsch und so versuchten wir, ohne Sloti immer noch wohlgemerkt, unsere Streuselküchlein zu kaufen. Ein kleiner Akt - aber dann liefen wir frühstückend durch das kleine Dörfchen. Es war interessant mit anzusehen, dass auf der einen Straßenseite die teuersten Häuser standen und direkt gegenüber sah alles sehr ärmlich aus.

Nach der kleinen Runde ging es dann zur Kirche. Für uns Deutsche wären die Wege die wir gefahren sind kleine Landschaftswege gewesen - aber in Polen sind das Hauptstraßen - seeeeehr ruckelig in einem Wohnmobil muss ich sagen :-D

Als ich die Kirche das erste Mal sah, musste ich an irgendeinen Gruselfilm denken, als wir dann aber drinnen saßen war sie einfach nur schön. Genauso schön wie die Braut und natürlich auch der Bräutigam. Es war sehr interessant, durch Körpersprache zu versuchen den Pastor zu verstehen. Die fröhliche Grundstimmung in dem Raum hat man aber auf jedenfall gespürt.

Unsere Freunde und Bekannte hatten mit ihrer Aussage auch auf jedenfall recht - der Wodka stand neben Wein und Wasser auf dem Tisch bei der Feierlocation. Alle Gäste waren einfach super nett und versuchten uns und auch eine andere Arbeitskollegin mit Mann mit in das Geschehen einzubinden. Und wisst ihr was? Ich habe das erste Mal eine richtige Polonaise getanzt - nicht wie wir Deutschen das machen, sondern richtig traditionell und es hat einfach eine Menge Spaß gemacht. Danke Kasia und Mati für das tolle Erlebnis und wir freuen uns darauf euch bald in Berlin besuchen zu kommen!



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